Es ist Mitte März und ich hab immer noch das Gefühl, dass der Winter 24/25 noch gar nicht richtig begonnen hat. Vermutlich ist er aber schon längst wieder vorbei. Seit mehreren Wochen hat’s nicht mehr geschneit und als Tourenziel kommt nur noch das in Frage, wo schon seit langem Schnee liegt. Also ein hohes Ziel. Und der Riffler geht eigentlich immer. Also gondeln wir durch ein grünes Zillertal, nehmen die Bahn aufs Tuxer Ferner Haus und steigen beim Anfang des Gletschergebiets in die Bindung.

In der Gondel haben wir noch den besten Einstieg in die Kleegrube diskutiert. Keine der Alternativen ist wirklich prickelnd. Aber am vielversprechendsten sieht es ein paar Meter weiter unten aus.

Der Einstieg ins Gelände ist erst mal super, denn wir treffen auf ca. 15 cm frischen Powder. Der allerdings liegt ohne weitere Unterlage direkt auf den Felsen. Super. Als sich dann beim ersten Umbauen auch noch ein Ski verabschiedet, gewinnen wir dadurch ein paar weitere Aufstiegsmeter. Traumstart.

Aber immerhin das Wetter ist gut. Die Stimmung auch und trotz Halskratzen verspricht dieser Tag ein guter zu werden.

In einer bestehenden Spur geht’s gut nach oben und ich merke langsam: Höhe + Infekt = Krise. Aber im Moment ist noch fast alles in Ordnung – wenn man davon absieht, dass wir wie jedes Mal die obere schwarze Platte viel zu hoch queren und dann wieder ein paar Meter abfahren müssen, um einen Felsriegel zu umgehen.



Kurzer Downhill auf Fellen und schon geht’s in die Abschlussrampe.

Ich bin an dieser Stelle bereits völlig alle. Mit Schneckengeschwindigkeit quäle ich mich hinter Bruno her, der den ganzen zweiten Teil der Tour gespurt hat, aber selbst das geht nur schleppend. Auf der Schulter unter dem Gipfel ist Schluss für mich. Übelkeit und Schwindel machen eine Pause alternativlos.

Aber die Aussicht hier oben fasziniert mich jedes Mal wieder.

Und dann geht’s endlich wieder abwärts. Unverspurt, pulverig und wunderbar:


Diese Abfahrt übers Federbettkees ist definitiv die beste des bisherigen Winters. Leider dauert sie nur 200 Höhenmeter. Da es mittlerweile relativ spät ist haben wir uns für die Abfahrt über die Rifflerscharte entschieden. Die gibt uns die beste Mischung aus Abenteuer und zeitnaher Ankunft – denken wir. Am Ende ist es dann doch ein wenig mehr Abenteuer als geplant.
Zuerst müssen wir noch mal kurz zur Rifflerschafte aufsteigen. Das sind nur 50 Höhenmeter aber in meinem desolaten Zustand ist allein der Umbau schon eine Herausforderung. Die Kamera pack ich weg, da ich jetzt mehr oder weniger Survivalskiing erwarte – und damit liege ich relativ richtig.
Der Einstieg ins Bodenkar ist steil und felsdurchsetzt. Ein paar Mal rumpelt es ziemlich brutal, aber es hilft ja nichts. Wir müssen da jetzt durch. In der Abfahrt halten wir uns rechts. Bruno hat aus der Gondel einen Forstweg gesehen, der uns wahrscheinlich wieder zur Talstation bringt.
Auf dem Weg dorthin muss ich ein weiteres Mal abschnallen, da ich auf einmal vor einer 4 Meter hohen Felsstufe stehe. Die anderen beiden sind weiter oben gequert und warten dankenswerter Weise auf mich.
Am Forstweg angekommen heißt es dann aber noch ettliche Male Umbauen weil im Wald nicht überall Schnee liegt, weil zwischendurch eine Brücke gequert werden will und auch weil es zwischendurch immer mal wieder kurz bergauf geht.
Völlig platt wanke ich zum Auto. Die nächsten beiden Tage verbringe ich im Bett. Trotzdem, die Abfahrt übers Federbettkeees war wirklich gut.
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