Der Winter ist schon wieder zäh mit dem Schnee. Also bleibt uns nichts anders übrig als die Autobahn.

Mit vielen Diskussionen über Gersten- und Grapefruitsaft geht’s Richtung Gerlosplatte. Nur wenige Kehren vorher war noch alles grün und braun, doch vor uns steht der Wegweiser in Richtung Königsleiten.
Wir brauchen bisserl zum Orientieren und Fertigmachen, aber irgendwann haben wir auch das geschafft und stehen mit dem Ticket zum Glück in der Bahn.

Gaanz entspannt geht’s nach oben und die Schneelage auf den umliegenden Hängen macht uns ziemlich schweigsam. Hoffen wir mal, dass es nordseitig besser aussieht.

Alte Tourengeher Weisheit: Steigst du in die Gondel ein, wird die Laune bärig sein. Und so wackeln wir ganz geschmeidig den kurzen Grat entlang:

Wir sind noch gar nicht richtig warm, da ist der Anstieg schon wieder vorbei. Aber hier finden wir ihn tatsächlich: Den lang erhofften Powder.

Und was das Beste ist: vor uns sind nur 3 Spuren im Hang. Hinter uns kommt auch niemand. Besser hätten wir es nicht erwischen können.

Natürlich werden da gleich die Pläne für die nächsten Heldentaten geschmiedet. Der Falschriedel sieht gut aus. Ochsenkopf natürlich auch – ach es gibt einfach zu viele Gipfel und zu wenig Zeit. Aber bevor wir noch sentimental werden stürzen wir uns lieber ins Vergnügen.

Da sind wir leider etwas zu weit rechts unterwegs. Landschaftlich schön, aber unten müssen wir durch mehrere Gräben wieder zurück. Das hätten wir uns sparen können.

Egal so geht’s ja auch.



Kurzer Carazza Snack, Wasserspeicher auffüllen und schon geht’s wieder nach oben. Da wir in der Vergangenheit wohl besonders brav waren, finden wir eine perfekte Aufstiegsspur, in der wir ganz easy im Rentnertempo wieder rauf kommen. Darin liegt nämlich die Besonderheit dieser Tour: Am Ende muss man wieder ins Skigebiet aufsteigen und über die Pisten abfahren.


Was hier noch ziemlich fotogen aussieht, entpuppt sich wenig später als unangenehme Wetterfront. Innerhalb von einer Viertelstunde ist der Himmel bedeckt und die Sicht bei 0.

Ohne die Latschen am richtigen Fleck wären wir nicht so gut aus dem Graben gekommen. Mit einer besseren Spuranlage wäre das aber sicher vermeidbar gewesen. Wir packen noch eine Lage drauf und schlurfen weiter. Da kommt uns ein Pommesschwinger entgegen. Der zückt sein Telefon und zeigt uns erst mal was er gestern alles an Touren gemacht hat und meint dann ganz nebenbei: „Da unten kann man prima rausfahren. Bisschen Forstweg, aber man kommt bei der Bahn raus.“
D.h. wir könnten noch mal abfahren und müssten nicht über die Pisten zurück. Geil! Aber faul und dumm ist eine schlechte Kombi – doch das lernen wir erst in einer Stunde.

Zweite Runde. Dieses Mal kämpfen wir uns bis ganz nach unten und da stehen wir dann auch. An einem Bachlauf kilometerweit vom Parkplatz entfernt. Die erste Lösung: Ohne Felle im Skimodus weiter:


Sofort ist klar: Das wird kein neuer Lieblingssport. Aber es hilft ja nicht. Wir müssen wieder zurück. Und das wird dann ziemlich anstrengend. Denn ständig geht es leicht bergab und dann wieder leicht bergauf – mit Tourenski mag das lustig sein. Für uns weniger. Doch auch der längste Forstweg hat irgendwo ein Ende, so dass wir tatsächlich wieder auf der Straße landen. Gleich neben einem Schild mit der Aufschrift: Königsleiten 1h. WAAAAS? Wir schaffen es dann in 40 Minuten aber schön ist anders. Nächstes Mal nehmen wir vielleicht doch besser wieder die Pisten. Denn die Ecke hat wirklich Potential – nicht nur landschaftlich.

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