Shops 1st Try 25

Ja mei, jetzt ist des auch scho wieder ewig her mit dem letzten Beitrag und mich beschleicht des Gefühl, so langsam wär mal wieder einer fällig. Zum Glück hab ich letztes Wochenende beim Shops 1st Try die Kamera rumgeschleppt und so kann ich bisserl was drüber erzählen.

Das Ganze ist Europas größtes Testevent, bei dem Snowboard-Händler den Stuff der nächsten Saison kaputtfahren ausprobieren dürfen. Neue Location: Hochfügen. Strategisch sinnvoll, weil schneebedeckt.

Schnell merken wir: irgendwas hat mit unserer Kartenreservierung nicht geklappt. An der Stelle lassen wir wertvolle Minuten liegen, besorgen dann schlussendlich noch Tickets und sprinten zum Lift.

Das Schöne an Hochfügen: mit den Bahnen geht’s zu beiden Talseiten weit rauf und damit erschließt sich ein weitläufiges Backcountry.

Also gleich mal zum Pfaffenbichl – da wollt ich schon ewig mal runterfahren. Weil das laut Karte einfach auf der Hand liegt.

Vor lauter Lines-checken ist die Liftfahrt fast noch stressig geworden.

Laut Karte ganz easy: Eigentlich wollte ich hinter dem Pfaffenbichl vorbei und dann vor dem Gilfert in den N/O-Hang. Aber vor Ort sah das dann nicht ganz so cremig aus. Viele Steine liegen da im Weg. Vielleicht hat einfach der Schnee gefehlt und nur mit Verts am Start waren wir nicht auf einen langen Aufstieg eingestellt.

Wo zur Hölle soll des da hin gehen? (Die fachkundige Leserschaft erkennt: fürs Testequipment haben wir uns dann keine Zeit mehr genommen). Da der Weg im Reallife nicht ganz so smooth aussah, wie auf der Karte sind wir doch in die ausgetretene Spur und haben den Pfaffendings vornerum gequert.

Rein landschaftlich war das die richtige Entscheidung. Aber ich würde lügen, wenn ich behaupte, wir waren die ersten mit der Idee.

Links? Rechts? Was mach ma? Alles schon umgegraben wie ein Rübenacker nach Erntedank, aber im Gratverlauf Richtung oben sieht’s vielversprechend aus.

Ganz ehrlich, dieses Foto ist sowas von fake. Denn das schaut deutlich schneereicher aus, als es tatsächlich war, aber von allen Optionen ist das unsere beste. Also los:

„Eine Packung Unverspurtes bitte!“

Hier galt es zwischen den Lines zu lesen, bzw. die letzten freien Flecken zu finden und das hat erstaunlich gut geklappt.

Am Ende der ersten Abfahrt: zwei glückliche alte Männer. Carazza, Müsliriegel und ein bisserl Schoki, dann ging’s schon wieder auf der anderen Talseite nach oben.

Irgendwo zwischen Marchkopf und Kraxentrager. In meiner Anfangszeit war die Ecke eines meiner ersten Splitboard-Abenteuer. Heute geht’s da bequem mit der Bahn rauf. Lustiger Weise haben wir hier den gleichen Fehler wie schon so oft gemacht: Verts mitnehmen und dann nicht einsetzen. Dieses Mal hab ich sie im Rucksack und wühl mich trotzdem wie ein Ochse durch eine Stelle mit bauchtiefem Gries. Aber für die 3 Meter jetzt den Rucksack absetzen und umbauen? Wäre vermutlich die schlauere Option gewesen. Egal wir kommen auch so voran.

Ich bin platt, der Markus geht voraus und findet in der Flanke vom Kraxentrager einen super Drop in. Unverspurt. Zwei Schritte weiter wird klar, woran das liegt. Vor dem Freeridegenuss liegen ca. 4 Meter Kletterei.

Im wahrsten Sinne keine große Sache, aber passieren darf halt auch nix. Weil unten warten noch weitere Steine. „Du gehst vor“ schallt es mir entgegen. Ich freue mich über diesen wertschätzenden Vertrauensbeweis und schau mal, ob ich die Kletterei ohne Selbstmord überstehe.

Der Meister folgt mir auf dem Fuße, nicht ohne zwischendurch anzumerken: „Jetz mach aber auch a Buidl!“ Ich tue, wie mir geheißen.

Gaaaanz unten im Tal stehen die Testzelte, doch was hier nach friedvollem Sundowner aussieht, entpuppt sich leider als ziemlich trügerisches Minenfeld. Immerhin kommen wir auf halber Höhe ohne Anschieben auf die Piste, die uns steinfrei ins Tal bringt.

Alles in allem ein guter Tag, der früh anfing und jetzt schon ganz schön lange dauert. Daher auch nur kurzes Palaver auf der Testfläche. Was ich noch nicht weiß: das größte Abenteuer des Tages wartet noch auf mich:

Auf der selbstgewählten Diretissima zu Haci’s Pizza Kebab Grill überquert mein geschätzter Reisegefährte einen kleinen Dorfbach und warnt mich noch mit: „da musst‘ kurz springen“. Bei stockfinsterer Nacht ist mir nicht klar, worauf sich seine Warnung bezieht und da ich weder einen Zaun sehe, noch den Bach höre, mach ich einen Schritt zu viel. Der führt zu einem erfrischenden Bad und zu fragenden Blicken der Angestellten, als ich 7 Minuten nach unserem Aufbruch noch mal mit triefenden Klamotten durch die Lobby latsche.

Aber auch das kann uns nicht aufhalten. Für mehr Schnee in naher Zukunft essen wir unsere Teller bis zum letzten Krümel auf und fallen totmüde in die Betten.

Nächstes Mal sind wir wieder am Start!

2 Antworten auf „Shops 1st Try 25

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