Tipp 4: Ridingskills – so wirst du fit fürs Backcountry

Schon Matthias Rotter schreibt: „Das Backcountry ist kein Ort für Anfänger“. Und Recht hat er! Also schau, dass du gut auf dem Brett stehst, bevor du dich in Powderhänge mit Flachstücken oder Felsabbrüchen begibst.

Einer der größten Unterschiede zwischen Piste und Backcountry besteht nunmal darin, dass die Schneeverhältnisse im freien Gelände mehr variieren und weniger vorhersehbar sind. Gut, wenn du deinen Fahrstil entsprechend anpassen kannst.

Ok, aber wo sollen sie denn herkommen die Skills?

Zum Beispiel von der Piste.

Echt jetzt?

Ja!

Buckelpisten eignen sich z.B. hervorragend zum Training einer neutralen Fahrposition, genauso wie überfüllte Talabfahrten ab 15 Uhr oder eisige Pisten am frühen Morgen. Auch schön: Ziehwege, auf denen genauso viele Steine wie Schneeflocken liegen.

Wen das nicht mehr fordert, der baut mal eine Abfahrt switch ein. Oder eine mit verbundenen Augen, bei der ein vertrauenswürdiger Kollege hinterherfährt und rechtzeitig! vor Hindernissen warnt. Wenn man ein bisschen drüber nachdenkt, fällt einem sicher noch mehr Blödsinn ein, der einem im ersten Step die Abfahrt versaut. Aber auf lange Sicht passiert dann eben genau das Gegenteil.

Anders ausgedrückt: Miese Verhältnisse machen mega Fahrer. Sprich je öfter du durch den völlig umgegrabenen Rübenacker heizt, umso weniger schreckt dich das Ganze und das kommt dir dann auch auf Tour zu gute. Schließlich sind die Oberschenkel am Gipfel oft schon ziemlich durch. Gut, wenn du dann trotzdem noch halbwegs elegant ins Tal kommst.

Splitboarding

Dazu gehört auch, dass man mal mit Rucksack seine Runden dreht. Je nach Größe und Gewicht schränkt dieses Ding den Fahrstil durchaus etwas ein.

Wäre doch schade, nach drei Stunden Aufstieg im perfekten Hang zu stehen und dann rausfinden zu müssen, wie sich die Position auf dem Board verändert, wenn man auch noch das LVS-Equipment dabei hat.

Kommst du in allen Verhältnissen easy zurecht, wirst du nicht nur deine Abfahrten mehr genießen können. Denn da gibt’s noch einen weiteren Nutzen: Wer ohne Sturz fährt, belastet die Schneedecke weniger und reduziert damit die Auslösewahrscheinlichkeit für Lawinen.

Lass dir Zeit

Du musst keine Alaskalines fahren, um Spaß zu haben – auch wenn man bei diversen Freeridevideos diesen Eindruck bekommt. Die Jungs und Mädels, die hier unterwegs sind, trainieren das täglich und sie verdienen ihren Lebensunterhalt damit. Schließlich würde sich auch kein normaler Mensch am Hochsprungweltrekord von 2,35 Metern versuchen. Beim Runterspringen gibt es da komischer Weise weniger Bedenken.
Ridingskills Alpspitze

Alpspitz Gipfelhang. Um den bin ich ein paar Jahre rumgeschlichen, bis ich mich getraut hab.

Um dich ans Backcountry heranzutasten, eignen sich ausgewiesene Varianten aus dem Skigebiet. Der Vorteil hier:  diese Strecken werden in der Regel von einer Lawinenkommission betreut und oft befahren, was einen besseren Schneedeckenaufbau zur Folge hat. Hier kannst du bequem üben. Zum Beispiel wie man mit Rucksack fährt – steht oben schon, ich weiß. Aber auch für Varianten gilt: LVS-Set ist Pflicht. Ja, da sind auch viele ohne unterwegs. Ja meistens passiert nichts. Trotzdem.

Fahr so oft es geht

Das hat mehrere Gründe. Einer davon: Du wirst fitter, besser und vertrauter mit deinem Material, d.h. dadurch kannst du dich mehr auf das konzentrieren, was um dich herum passiert. Doch der wichtigste Grund ist: Bei 60 Schneetagen pro Saison wird man ziemlich entspannt, wenn mal ein schlechter dabei ist. Wer aber nur eine Woche Winterurlaub hat, versucht oft ohne Rücksicht auf die Verhältnisse alle Tourenwünsche in diese Zeit zu packen und das führt schnell zu schlechten Entscheidungen.

Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder ganz andere? Dann schreib mir ein paar Zeilen darüber. Bin gespannt, wie das bei anderen läuft.

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