Tipp 5: Hol dir die richtigen Klamotten fürs Tourengehen

Schrauben lassen sich durchaus mit einem Hammer versenken und Bierflaschen kriegt man auch mit den Zähnen auf, aber mit den richtigen Tools geht’s wesentlich leichter. Richtig bedeutet im Backcountry funktionell.

Normale Snowboardklamotten sind meist gefüttert und das ist beim Aufstieg in der Regel zu warm. Besser funktioniert das betagte Zwiebelprinzip: Lieber mehrere dünne Lagen, die sich unterschiedlich kombinieren lassen, als eine dicke. Warum? Weil du damit flexibler bist: am Anfang der Tour ist es vielleicht noch kalt, dann wird dir normalerweise ziemlich schnell ziemlich warm und die letzten Meter vor dem Gipfel können leicht noch mal recht windig werden. Wenn du Wärmeschicht und Wetterschutz trennst, kannst du dich jeweils easy auf die verschiedenen Situationen einstellen.

ZwiebelprinzipNach der ersten halben Stunde und 300hm weiter oben. Zum Abfahren hat er sogar Handschuhe angezogen.

Hier noch ein paar Worte zu dem kleinen Wörtchen „funktionell“. Das Schöne an unserem Sport ist ja, dass es nicht um Hundertstelsekunden sondern viel mehr um den Style des Ganzen geht und der treibt oft exotische Blüten. Auf Tour lege ich dagegen mehr Wert auf die Funktion als auf die Optik. Lieber eine schlichte Jacke, die mich zuverlässig schützt als ein dopes Hoody in dem ich fern ab der nächsten Hütte das Frieren anfange.

Starte mit einer funktionellen ersten Schicht

Funktionsunterwäsche leitet den Schweiß vom Körper weg und sorgt so für ein angenehmes Hautklima. Die beste wasserdichte, atmungsaktive Jacke kann dich nämlich nicht trocken halten, wenn du darunter ein Baumwoll-T-Shirt trägst, das den ganzen Schweiß zwar aufsaugt, aber nicht weiterleitet. Synthetische Materialien haben den Vorteil, dass sie das Wasser an die darüber liegenden Schichten weiterleiten, dafür stinken sie recht schnell. Wolle trocknet langsamer, stinkt weniger, wärmt auch nass und kostet mehr.

Wichtig bei jedem Material: je enger der Schnitt, umso besser ist die Atmungsaktivität. Nur wenn der Stoff direkt auf der Haut aufliegt, kann er die Nässe effektiv weiterleiten.

Nicht übersehen: die Socken

Snowboardsocken

Das gilt auch für die Socken Sie liegen direkt auf der Haut und verdienen es, mit Bedacht ausgesucht zu werden. So schick Baumwolle auf dem Tennisplatz ist, auf Tour hat sie nichts verloren. Besser eignen sich Wollsocken bzw. Wollmischgewebe. Zum einen sind sie bei entsprechender Verarbeitung erstaunlich robust, zum anderen halten sie den Fuß trocken, weil Wolle im Gegensatz zur Baumwolle die Feuchtigkeit von der Haut wegtransportiert. Cleveres System, hatten wir ja schon oben. Socken mit einem Gemisch aus Wolle und elastischer Kunstfaser passen sich optimal an die Fußform an und halten die Zehen schön trocken und warm. Wenn’s ganz kalt wird, ziehe ich gern ein dünnes Paar an und darüber ein dickeres.

Deine Reserve im Sturm: die Wärmeschicht

Über meiner sexy Funktionsunterwäsche trage ich eine Wärmeschicht aus Fleece. Wichtig: Der Stoff ist  atmungsaktiv und nicht zu schwer im Vergleich zur Wärmeleistung.

Im Aufstieg funktioniert ein dünner Rolli mit einer etwas dickeren Weste darüber sehr gut. So bleibt der Rumpf warm, und die Arme sorgen für eine ausreichende Ventilation, um den Körper vor Überhitzung zu schützen. Bei extrem kalten Temperaturen tausche ich die Fleeceweste gegen eine mit Kunstfaserfüllung. Dieses Material kommt auch bei Schlafsäcken zum Einsatz und punktet mit hoher Isolation, geringem Gewicht und hervorragend kleinem Packmaß. Doch das Beste in meinen Augen ist die hohe Robustheit dieser Jacken. Wenn ich heim komme, durftet meine Ausrüstung in der Regel nicht nach Veilchen, da bin ich froh, wenn ich alles in die Waschmaschine stecken und ohne großes Spezialprogramm einfach auf die Leine hängen kann. Eine Kunstfaserjacke lässt sowas in der Regel klaglos mit sich machen. Eine Daunenjacke schlepp ich nur sehr selten mit und wenn, dann kommt sie nur am Start und beim Umbauen zum Einsatz.

 

 

 

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